Graffiti – Schmiererei oder Kunst? (8)

Standort: Köln
Künstler: Harald Naegeli

6 replies to “Graffiti – Schmiererei oder Kunst? (8)

  1. da muss irgendwo ein nest sein…. diese spindeldürren strichwesen breiten sich ja über die ganze stadt aus…

    wenn du mich fragst, ist das kunst – aber wehe, wenn sie den künstler erwischen….

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    1. Diesen Künstler haben sie mal erwischt, und er hat einige Zeit dafür im Gefängnis gesessen. Er heißt Harald Naegeli und war in den 70/80ern sehr bekannt als der Sprayer von Zürich. Anfang der 80er hat er einen Zug durch Köln gemacht und eine Serie von Bildern geschaffen, die er Kölner Totentanz nannte – leider sind fast alle von den Kölner Ordnungshütern inzwischen beseitigt, also zerstört und vernichtet worden. Bis auf dieses – als den Behörden klar würde, daß sie die Werke eines international renommierten Künstlers zerstört hatten, luden sie ihn ein, dieses eine zu restaurieren, und haben es anschließend versiegeln lassen.
      Hier noch ein paar Infos zu Naegeli, wenn Du magst:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Naegeli

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  2. Hmmmm, seine „Kunst“ sieht für meine Begriffe recht einfach aus.
    Irgendwo hab‘ ich sowas schonmal gesehen.
    *grübel*
    Ach,-ja!
    Im Kindergarten die Zeichnungen der Kinder an der Austellungswand. 😉

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    1. „Das soll Kunst sein? Dann bin ich auch ein Künstler, denn das kann ich auch!“ Diesen Ausruf habe ich schon oft gehört von Leuten angesichts von Kunstwerken, die jeder mit etwas Geschick handwerklich so hingekriegt hätte. Natürlich beruht das auf einem Mißverständnis: Ob etwas Kunst ist oder nicht wird nicht dadurch definiert, ob es schwer oder einfach herzustellen ist, die Kunstgeschichte ist voll von Beispielen (hier nur eins: Fahrradlenker und -sattel von Picasso http://www.buceriuskunstforum.de/deutsch/01/4.php ). Ob man „einfache“ Kunst gut findet oder schlecht oder blöde, ist eine ganz andere Frage.

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      1. Ich behauptete keineswegs, ich könne sowas auch.
        Natürlich ist Kunst rein individuell anzusehen.
        Für mich besteht die Kunst darin, was „dahinter“ steckt, der Gedanke, weswegen der „Künstler“ etwas anfertigte,
        und aus diesem Grunde finde ich eben die _Strichmännchen_ nicht schön. 😉
        Nur simpel.

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  3. Totentanzdarstellungen in Form von posierenden und agierenden Gerippefiguren haben als Memento-mori-Allegorie (Gedenke, daß du stirbst) eine jahrhundertealte Tradition, die gerade in der Stadt Köln mit ihren vielen mittelalterlichen Bezügen einen besonderen Reiz erhalten kann. Die Zeit, in der der immer politische Künstler Naegeli den Zyklus geschaffen hat, war geprägt von der Diskussion um Aufrüstung (Nato-Doppelbeschluß, gegen den Anfang der 80er Jahre Hunderttausende auf die Straße gingen) und zunehmendem Bewußtsein der Umweltverschmutzung, also der Hinfälligkeit der Welt.
    Gut – natürlich kann man diese Strichfiguren trotzdem simpel und doof finden, und sie für ganz schlechte Kunst halten, aber Kunst sind sie trotzdem 🙂
    Ich finde z.B. die Kunst von Jean Dubuffet, der gesagt hat, man müsse wieder malen wie die Kinder, absolut zum Kotzen, aber das nur nebenbei.

    Viel Grüße

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