Was, bitte, ist ein "clutchbag"?

Und will ich das wirklich wissen? Gibt es überhaupt irgendjemand, der das wissen muß? Auf der Kulturseite (sic!) des heutigen Stadtanzeigers – das ist das Hauptblatt des hiesigen Tageszeitungsmonopolisten – steht in einem als Glosse getarnten Bericht: „… Denn ‚clutchbag‘ heißt wörtlich übersetzt ‚Greiftasche‘. Die Bundeskanzlerin dagegen hatte eine ganz neue Version, eher eine Fesseltasche. Ihr Täschchen war mit einem elastischen Band am Unterarm befestigt. Und sah aus wie ein lila Riesen-Insekt – sprich: Nicht elegant. Auch fragt sich mancher bei Merkels Auftritt, ob ihre Modeberaterin gerade Urlaub macht …“ usw. usw.

Die Frage ist vermutlich naiv, aber haben JournalistInnen nicht auch die Pflicht, ihren Lesern bestimmte Meldungen vorzuenthalten, besonders wenn sie völlig überflüssig und unsinnig sind? Die Kulturseite besteht weiterhin aus einem Interview mit Roger Willemsen, der sich anläßlich des Dopings im Radsport darüber auslassen darf, daß „Die Welt … nicht ohne Lüge aus[kommt]“ (wenn er gefragt wird, erzählt er halt irgendwas), und der Wettervorhersage. Das muß genug „Kultur“ sein für heute.

Es gibt so viele Dinge, mit denen man angenehm seine Zeit verschwenden kann und sollte. Diese Tageszeitung gehört definitiv nicht dazu.

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