Was macht Bush in 481 Tagen?

Er sitzt vermutlich zu Hause und ist hoffentlich arbeitslos. Das, so der Preisträger des Demokratiepreises 2007 Seymour M. Hersh, sei vermutlich das Positivste, was man über den derzeitigen amerikanischen Präsidenten sagen könne. Hersh ist seit Ende der 60er Jahre ein bekannter und kritischer Journalist, die Aufdeckung des Massakers von My Lai ist ihm ebenso zu verdanken wie vieler anderer Mißstände, wie z.B. aus jüngerer Zeit der Folterskandal in Abu-Ghraib.

Der Demokratiepreis wird von der Zeitschrift „Blätter für deutsche und internationale Politik“ vergeben. Die wenig optimistische Dankesrede von Hersh findet man hier unter dem Titel „Die Brüchigkeit der Demokratie“. Er zeichnet dort ein düsteres Bild des Umgangs der Bush-Administration mit der Wahrheit. Aber auch der Beamtenapparat, der vom Volk gewählte Kongress sowie viele seiner Journalisten-Kollegen haben, so Hersh, nach dem 11.9.2001 ihre  demokratischen Aufgaben nicht mehr erfüllt. Die Folgen seien erschreckend und in ihrem Ausmaß noch gar nicht abzusehen.

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Was macht Bush in 481 Tagen?

19 Gedanken zu “Was macht Bush in 481 Tagen?

    1. Danke für den Hinweis, ich habe gerade mal im online-Archiv nachgelesen (29.), Du hast recht, die Rede gibt mehr her. Gestutzt habe ich allerding bei dem Passus, als er Clinton dafür lobt, auch mal drei Monate lang Bomben auf Weiße geworfen zu haben … aber um das ehemalige Jugoslawien geht’s hier ja nicht, das ist eine andere Geschichte.

      Viele Grüße

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  1. Gerade weil dieser Cowboy so polarisiert,
    konnten sich die Pepublikaner so lange
    die Macht erhalten.
    (Das war bei Hitler&Co. nicht anders.)
    Er als Person ist eine Projektionsfläche
    für all die amerikanischen Untaten.
    (Das ist der Preis.)
    Nicht er, sondern all die Hintermänner,
    die politische/militärische Aktionen austüfteln,
    planen sind für die „ehrenhaften“ Taten verantwortlich.
    Dieses puritanische Republikaner-Pack eben.
    Der Cowboy ist nur eine Marionette.

    Mal gucken, was wird. 😉

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    1. King Georg Bush der Erste lebt ja auch noch, und viele der Politiker, die unter ihm gearbeitet haben, arbeiten jetzt bei Bush dem Zweiten (in der kurzen Clinton-Zwischenzeit waren viele bei großen Öl-Firmen zwischengeparkt, ein Schelm, wer Böses dabei denkt; z.B. Vizepräsident Chney war unter Bush dem Ersten Verteitdigungsminister, dann hochrangiger Mitarbeiter bei der Öl-Firma Halliburton, die sich am Balkan-Krieg eine goldene Nase verdient hat). Es könnte was dran sein an Deiner Marionetten-These.

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  2. Ich denke auch, eine der Hauptfragen muß sein:
    Was ist Demokratie und vor allem für wen.?

    Hüben, wie drüben ist es ja nach dem Kreuzchen machen für das gemeine Volk vorbei.

    So gesehen sind Leute wie Bush tatsächlich austauschbare Marionetten, wichtiger sind die „großen Unbekannten“.
    Denn wenn ich was sage passiert erstmal garnichts (ich habe kein Geld), wenn ich aber schwer im Öl- oder Geldgeschäft wäre, dann wäre es doch bestimmt anders! Und wenn nicht, könnte ich aber mehr Einfluß nehmen. Das kann man bei uns im Lande leider schon oft genug in der Lokalpolitik erleben.

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    1. Hatte ich ganz vergessen, darauf hinzuweisen, vielen Dank für Deinen Tipp. Die Texte (Laudatio etc.) findet man auch direkt auf der „Blätter“-Seite.

      Viele Grüße

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        1. Fast richtig, es war ein Zeitgenosse: Michelangelo, der den Übersprung des göttlichen Funkens an die Decke der Sixtinischen Kapelle gemalt hat – damit fing das ganze Elend an: Der Mensch. Man kann das aber auch anders interpretieren: Sie scheinen zu sagen: Ich zeige (lateinisch = monstro), nämlich auf dich, also gibt es dich, da ich doch auf dich zeigen kann. Wenn es dich gibt, der du auf mich zeigst, gibt es mich auch. So wiegen wir uns wechselseitig in Sicherheit …

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          1. Wunderbar, dann ist meine Denkzentrale doch noch leistungsfähig, so halbwegs halt.

            Du hast dir demzufolge deinen Nicknamen und dein Avatar mit Bedacht ausgewählt.

            Zeigen – Zeigefinger und wenn sich die Zeigefinger fast berühren, so kann meiner Meinung nach, ein Funke überspringen.

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            1. Ja, schweeer nachgedacht: Woher weiß ich, daß ich nicht die Hauptperson in meinem eigenen langen Alptraum bin (so à la Matrix)? Gar nicht, wenn ich aber auf etwas um mich herum zeigen kann (=benennen/begreifen), ist es offensichtlich da, und das gibt mir Sicherheit, auch da zu sein – eine trügerische Sicherheit, denn die Begriffe (bzw. deren Übernahme)stammen ja alle von mir. Und wenn Gott dann ins Spiel kommt, schraubt es sich noch eine Stufe höher … das nennt man dann den ontologischen Gottesbeweis … aber ich glaube, das geht jetzt ein bißchen weit, was? Nix für ungut,

              viele Grüße

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              1. Man kann ohne Beweise an etwas glauben und genauso
                an Bewiesenem zeifeln.

                Somit schließt sich der Kreis und der Titel in deinem Header
                „Fragen über Fragen“ ist nur logisch.

                Gruß zurück.

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