Die Krake Kapital und ihre Arme (171)

Nach dem Streetartfestival CityLeaks in Köln wird dieses Wandbild von dem Berliner Künstler Lake aufgrund von Nachbarprotesten übermalt.

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Die Krake Kapital und ihre Arme (171)

4 Gedanken zu “Die Krake Kapital und ihre Arme (171)

    1. Sehr schön zeigt das Festival, wie vielfältig die Szene ist: Brillieren Claudio Ethos und Faith47 mit eher geheimnisvollen, mehrdeutigen Werken, haben wir hier eine ganz politische, gesellschaftskritische Aussage mit eindeutigem Aufklärungscharakter.

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    1. Auszug aus einem Artikel im „Kölner Stadtanzeiger“ vom 01.09.:

      Der Papst fletscht die Zähne, greift nach einem kleinen Männchen, und presst ihm Goldstücke aus dem Körper. Gleich darunter beobachtet Hitler, wie ein US-Soldat sein Gewehr auf einen großen, vielfarbigen Kopf richtet. Mit Details wie diesen sorgt ein Kunstwerk des Graffiti-Festivals „Cityleaks“ seit der vorigen Woche für Kontroversen unter den Anwohnern der Ehrenfelder Liebigstraße. Die Besitzer des Hauses mit der frisch bemalten Fassade möchten das Kunstwerk nach dem Festival wieder entfernen lassen.

      „Wie soll ich das meinen Kindern erklären?“, fragt Nasrullah Khan (51) und deutet aus seinem Wohnzimmerfenster. Der Blick fällt direkt auf das neue Graffito, das die gesamte gegenüberliegende Fassade bedeckt. Mit der Darstellung des Papstes habe er kein Problem, sagt der Familienvater, allerdings finde er die explizite Darstellung von Gewalt einfach „ekelhaft“. Zusammen mit Nachbarn habe er bereits über eine Unterschriftenaktion nachgedacht.

      Daran würde sich auch Werner Kirsch beteiligen. Der 45-Jährige wohnt nebenan und findet es unpassend, den Papst und Hitler in einem Kunstwerk zu kombinieren. „Natürlich darf Kunst provokativ sein, aber das hier ist einfach zu groß und zentral platziert. Das passt vielleicht nach Berlin – aber nicht in diese Straße.“

      Anwohnerin Anna Heinen sucht zwar noch nach einer tieferen Bedeutung, dennoch ist die 76-Jährige von dem Graffito begeistert: „Ich finde das schön. Der Papst ist doch kein Herrgott, da kann man ruhig mal einen Spaß machen.“ Auch Wolfram Petzold, der einen Blumenladen in der Liebigstraße führt, findet die Aufregung um das Graffito übertrieben. Er bewundert die kunstvolle Umsetzung auf der großen Fläche. „War die triste Wand zuvor denn schöner? Klar hätte man auch Blumenkinder und Engelchen draufmalen können, aber so sieht unsere Welt nun mal nicht aus.“

      Die Ehrenfelder Wohnungsgenossenschaft stellte die Fassade Ecke Liebigstraße/Fritz-Voigt-Straße zur Verfügung. Allerdings empfindet auch sie das Motiv als zu gewalttätig. „Als Wohnungsgenossenschaft können wir uns nicht damit identifizieren“, sagt Vorstandsmitglied Werner Nußbaum. Wie mit den „Cityleaks“-Veranstaltern vereinbart soll das Graffito bis zum Ende des Festivals, also bis zum 25. September, an der Fassade bleiben. Danach werde das umstrittene Werk von zwei Kölner Künstlern kostenfrei übermalt. „Die anderen Fassaden, die wir Cityleaks zur Verfügung gestellt haben, sollen aber auch auf lange Zeit bemalt bleiben.“

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