Ist die romantische Liebe noch zu retten? (21)

Lassie Singers: Es ist so schade

Es ist so schade, daß du so bist wie du bist
daß du leider nicht ein anderer bist
daß du leider, leider, ganz du selber bist

Wärst du nur älter oder weiter
etwas größer gern auch breiter
chevaleresker und charmanter
oder einfach interessanter

Es ist so schade, daß du so bist wie du bist
daß du leider nicht ein anderer bist
daß du leider, leider ganz du selber bist

Wärst du nur wärmer oder tiefer
lebendiger und lasziver
ein bißchen lustiger ein bißchen heller
ein bißchen sexueller.

Dann könnt es sehr gut sein,
daß aus uns mal noch was wird
doch wenn du du selbst bleibst wird das nix
solang du so bist wie du bist wird’s mit uns nix

Es ist so schade, daß du so bist wie du bist
daß du leider nicht ein anderer bist
daß du leider, leider, ganz du selber bist

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Ist die romantische Liebe noch zu retten? (21)

Ist die romantische Lieb noch zu retten? (20)

„A Fine Frenzy: Almost Lover“

Your fingertips across my skin
The palm trees swaying in the wind
Images

You sang me Spanish lullabies
The sweetest sadness in your eyes
Clever trick

I never want to see you unhappy
I thought you’d want the same for me

Goodbye, my almost lover
Goodbye, my hopeless dream
I’m trying not to think about you
Can’t you just let me be?
So long, my luckless romance
My back is turned on you
I should’ve known you’d bring me heartache
Almost lovers always do

We walked along a crowded street
You took my hand and danced with me
Images

And when you left you kissed my lips
You told me you’d never ever forget these images, no

I never want to see you unhappy
I thought you’d want the same for me

Goodbye, my almost lover
Goodbye, my hopeless dream
I’m trying not to think about you
Can’t you just let me be?
So long, my luckless romance
My back is turned on you
I should’ve known you’d bring me heartache
Almost lovers always do

I cannot go to the ocean
I cannot drive the streets at night
I cannot wake up in the morning
Without you on my mind
So you’re gone and I’m haunted
And I bet you are just fine
Did I make it that easy
To walk right in and out of my life?

Goodbye, my almost lover
Goodbye, my hopeless dream
I’m trying not to think about you
Can’t you just let me be?
So long, my luckless romance
My back is turned on you
I should’ve known you’d bring me heartache
Almost lovers always do

Ist die romantische Lieb noch zu retten? (20)

Ist die romantische Liebe noch zu retten? (19)

Das Ende vom Lied

Ich säh Dich gern noch einmal, wie vor Jahren
zum erstenmal. – Jetzt kann ich es nicht mehr.
Ich säh Dich gern noch einmal wie vorher,
als wir uns herrlich fremd und sonst nichts waren.

Ich hörte Dich gern noch einmal wieder fragen,
wie jung ich sei … was ich des abends tu –
und später dann im kaumgeborenen „Du“
mir jene tausend Worte Liebe sagen.

Ich würde mich so gerne wieder sehnen,
Dich lange ansehn stumm und so verliebt –
und wieder weinen, wenn Du mich betrübst,
die viel zu oft geweinten dummen Tränen.

Das alles ist vorbei. .. Es ist zum Lachen!
Bist Du ein anderer oder liegts an mir?
Vielleicht kann keiner von uns zweien dafür.
Man glaubt oft nicht, was ein paar Jahre machen.

Ich möchte wieder Deine Briefe lesen,
die Worte, die man liebend nur versteht.
Jedoch mir scheint, heut ist es schon zu spät.
Wie unbarmherzig ist das Wort: „Gewesen!“

Mascha Kaléko (1907 – 1975)

Gedicht übernommen von http://blogludiskosmos.blog.de

Ist die romantische Liebe noch zu retten? (19)

Ist die romantische Liebe noch zu retten? (18)

Es ist Krieg

Es ist Krieg zwischen den Reichen und Armen,
Ein Krieg zwischen Mann und Frau.
Es ist Krieg zwischen denen, die sagen, es ist Krieg,
Und denen, die sagen, es ist kein Krieg.

Warum machst du nicht weiter in dem Krieg, beteilige dich,
Warum machst du nicht weiter in dem Krieg, er hat erst angefangen.

Also, ich wohne hier mit Frau und Kind,
Die Situation macht mich ein wenig nervös.
Ich komme eben aus ihren Armen, sie sagt, „Vermutlich hältst du das für Liebe“;
Ich nenn es Service.

Warum machst du nicht weiter in dem Krieg, sei kein Tourist,
Warum machst du nicht weiter in dem Krieg, bevor er uns beschämt,
Warum machst du nicht weiter in dem Krieg, laß uns alle nervös werden.

Du kannst nicht aushalten, wie ich wurde,
Du bevorzugst den Gentleman, der ich war.
Ich war so leicht zu besiegen, ich war so leicht zu kontrollieren,
Ich wußte nicht einmal, das Krieg war.

Warum machst du nicht weiter in dem Krieg, genier dich nicht.
Warum machst du nicht weiter in dem Krieg, du kannst immer noch heiraten.

Es ist Krieg zwischen den Reichen und Armen,
Ein Krieg zwischen Mann und Frau.
Es ist Krieg zwischen den Linken und Rechten,
Ein Krieg zwischen den Schwarzen und Weißen,
Ein Krieg zwischen den Ausgestoßenen und den Angepaßten.

Warum machst du nicht weiter in dem Krieg, trage deine winzige Last,
Warum machst du nicht weiter in dem Krieg, passen wir uns alle an.
Warum machst du nicht weiter in dem Krieg, kannst du meine Worte nicht hören?

Leonard Cohen

Ist die romantische Liebe noch zu retten? (18)

Ist die romantische Liebe noch zu retten? (17)

Nächte
Gedicht 7

Innige Nächte
Gluten Qual
Zittert Glut Wonne
Schmerzhaft umeint
Siedend nächtigt Brunst
Peitscht Feuer Blitz
Zuckend Schwüle
O, wenn ich das Fischlein baden könnte!
Zagt ein Innen
Giert schwül
Herb Du
Duft der Braut
Rosen gleißen im Garten
Schlank stachelt Fisch in der Peitscheluft
Wunden Knie
Wogen Brandung Wonne
Wenn das Fischlein fliegen könnte
Ich umwoge
Innenjauchzt
Peitscht still Inbrunst
Überquillt schrill
Kniet Tau auf dem Fischlein
Es schlüpft seine Beinchen
Weiße Beinchen hat das Fischlein
Weiße Augen hat der Tod
Fest peitscht innig Nacht
Ich
Zerwoge
Bleicht müde
Blaut Qual Sonne

Kurt Schwitters
(1917/18)

Ist die romantische Liebe noch zu retten? (17)

Ist die romantische Liebe noch zu retten? (16)

Einbettungscode ist gesperrt, bitte hier ansehen:

Text:

Verlaß mich nicht
Man muss vergessen
Man kann vergessen
Jeden Tag und Ort
Vergiss die Zeit
Unserer Irrungen
Und Verwirrungen
Die verlorene Zeit
Man kann sie betörn
Lass die Fragen ruhn
Nach dem Warum
Die das Glück zerstörn
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht

Schau
Ich schenke dir
Perlen aus Regen
Aus einem Land
Wo der Regen nie fällt
Ich durchkreuz die Welt
Bis nach meinem Tod
Und bedecke dich
Mit Gold und Licht
Es gibt einen Beginn
Wo nur Liebe ist
Wo du Herrin bist
Eine Königin
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht

Verlaß mich nicht
Und ich öffne dir
Jede Tür
Mit dem Zauberwort
Ich erzähle dir
Von dem Liebespaar
Das vertrieben war
Und zurückgeführt
Ich les dir die Hand
Von dem König der
Gab sein Leben her
Weil er dich nie fand
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht

Man hat oft erlebt
Dass ein Vulkan
Dessen Feuer zerrann
Neu zu flammen begann
Und die Erde grünt
Neues Leben beginnt
Aus verbranntem Stein
Wie im schönsten Mai
Und die Nacht erscheint
Weil der Himmel loht
Weil das Schwarz und Rot
Sich aufs neue vereint
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht

Verlaß mich nicht
Und ich sag nichts mehr
Und ich klag nicht mehr
Such mir einen Ort
Will dich nur noch sehn
Will dich sprechen hörn
Singen lachen hörn
Will dich tanzen sehn
Will dich lächeln sehn
Lass mich Schatten sein
Schatten deines Schattens sein
Schatten deines Hundes
Schatten deiner Hand
Lass mich Schatten sein
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht
Verlaß mich nicht

(Jacques Brel, dt. Übersetzung: Klaus Hoffmann, André Schneider, Monstro)

Ist die romantische Liebe noch zu retten? (16)

Ist die romantische Liebe noch zu retten? (15)

Vergiß mein nicht!
Originaltitel: Eternal Sunshine of the Spotless Mind , USA 2004
Regie: Michel Gondry, Drehbuch: Charlie Kaufman, Pierre Bismuth, Michel Gondry
Darsteller: Jim Carrey, Kate Winslet, Kirsten Dunst, Tom Wilkinson, Elijah Wood, Mark Ruffalo, David Cross, Lauren Adler, Josh Flitter, Ellen Pompeo

Der deutsche Titel des Films ist, gelinde gesagt, sehr unglücklich gewählt, der englische Originaltitel lautet: „Eternal sunshine of the spotless mind“. Die Zeile stammt aus einem Gedicht von Alexander Pope (1688 – 1744):

How happy is the blameless
Vestal’s lot! The world forgetting,
by the world forgot:
Eternal sunshine of the spotless mind!
Each prayer accepted, and each wish resign’d.

Die bewußte Zeile wird im Internet gern so übersetzt:
„Der unendliche Sonnenschein des unbefleckten Geistes“.

Das Gedicht wird im Film aber auch aufgesagt, und das liest sich so:

Glück war der schuldlosen Vestalinnen hold!
Die Welt vergaß sie, als die Welt sie vergessen wollt:
Im ew’gen Sonnenschein, Erinnerungen ungestört!
Jedes Gebet und jeder Wunsch erhört.

Am Anfang wird ein fiktiver Werbespot gezeigt: Eine Firma garantiert das Auslöschen schlechter Erinnerungen aus dem Gedächtnis. Nächste Szene: Joel, ein nicht mehr ganz junger Mann wacht auf und bereitet sich nun auf den Arbeitstag vor. Auf dem Bahnhof folgt er einer spontanen Eingebung, meldet sich telefonisch krank und fährt zum Spazierengehen nach Montauk an den Strand, obwohl es ziemlich kalt zu sein scheint. Im Café sieht er Clementine, ein ziemlich flippige junge Frau mit blau gefärbten Haaren,  die ihn auf der Rückfahrt anspricht. Er fährt sie vom Bahnhof nach Hause, ein neue Liebe scheint sich anzubahnen, denn am nächsten Abend treffen sie sich und fahren zum zugefrorenen Fluß, um sich die Sterne anzusehen. Als sie zurückkommen, wird es schon hell, Clementine beschließt, bei Joel zu schlafen, will nur noch eben ihre Zahnbürste holen, als ein ihm unbekannter junger Mann an die Autoscheibe des wartenden Joel klopft und ihn fragt, ob er ihm helfen kann. Joel verneint verwirrt – Schnitt.

Der Vorspann fängt an, nach immerhin über 17 Minuten. Man sieht einen weinenden Joel, der eine Musikkassette aus dem fahrenden Auto wirft. Er ist auf dem Weg zu der Firma, die schlechte Erinnerung löschen kann, denn in einem Rückblick erfahren wir, daß Clementine genau das mit den Erinnerungen an ihn gemacht hat. Sie erkennt ihn nicht mehr, und Joel will nun seinerseits seine Erinnerung an Clementine löschen lassen. Die Regionen seines Gehirns, in denen sie gespeichert sind, werden mit Hilfe aller für Joel erreichbaren erinnerungsbesetzten Gegenstände gescannt, die Gegenstände selbst werden vernichtet, die Angehörigen und Freunde bekommen ein Kärtchen von der Firma, sie möchten bitte in Gegenwart von Joel den Namen Clementine nicht mehr erwähnen. Joel muß nun noch alle Gründe seiner Abneigung gegen Clementine auf eine Cassette sprechen, damit die Firma gegen Regreßansprüche abgesichert ist.
Nachdem Joel bei sich zu Hause ein Schlafmittel eingenommen hat, kommen zwei Mitarbeiter der Firma in seine Wohnung, setzten ihm einen mit einem Computer verdrahteten Helm auf und beginnen ihre Arbeit. Nach und nach werden nun die angezielten Erinnerungen gelöscht, die jüngsten zuerst. Irgendwas funktioniert aber nicht richtig – Joel ist sich bewußt, was da passiert, er ist plötzlich in der Szene (und mit ihm der Zuschauer) in seinem Kopf, die gerade gelöscht wird, und als er erkennt, zu was er sich da hat hinreißen lassen, möchte er den Auftrag abbrechen, was natürlich nicht geht, den er kann keinen Finger rühren, so sehr wirkt das Schlafmittel. Panisch wandert er also durch seine schwindenden Erinnerungen, trifft auf Clementine und erzählt ihr von seinem Dilemma. Die gibt ihm den Rat, sich mit ihr zusammen in einem Teil seines Gehirns zu verstecken, der in der Vorbereitung nicht gescannt wurde, da kann ja nichts gelöscht werden, später müßte er sich also an sie erinnern können. Joel besucht verschiedene Bereiche seiner Erinnerungen, auch zum Teil demütigende Kindheitserlebnisse, und versucht sich dort zu verstecken.
Die Mitarbeiter der Firma haben den Computer unterdessen auf Autopilot gestellt und feiern in seiner Wohnung eine kleine Party. Als sie bemerken, daß Joel ihnen entgleitet, holen sie ihren Chef, der alles wieder in den Griff kriegt, Joels Erinnerungen an Clementine scheinen restlos verloren, sie flüstert ihm noch zu: „Wir treffen uns in Montauk“, das war’s. Und hier ist der Anschluß:
Joel, ein nicht mehr ganz junger Mann, wacht auf und bereitet sich nun auf den Arbeitstag vor. Auf dem Bahnhof folgt er einer spontanen Eingebung, meldet sich telefonisch krank und fährt zum Spazierengehen nach Montauk an den Strand …

Clementine hat ihre Zahnbürste gepackt und nimmt auf dem Weg zurück zu Joels Auto die Post mit, darunter ein Brief einer ihr unbekannten Firma zur Erinnerungslöschung, zusätzlich eine Cassette. Der Chefassistentin der Firma war inzwischen aufgegangen, wie unethisch die ganze Angelegenheit ist (ihre eigene Erinnerung an ein Liebesverhältnis mit ihrem verheirateten Chef ist mal gelöscht worden), also hat sie kurzerhand an alle Kunden einen erklärenden Brief plus der besprochenen Cassette geschickt. Ahnungslos schiebt Clementine die Cassette in den Player – und beide hören entsetzt, wie sie über Joel herhetzt, von dem sie doch eigentlich glaubte, ihn gerade erst kennen gelernt zu haben.
Nachdem Joel die entsprechende Cassette in seinem Briefkasten gefunden hat, scheint nun alles aus zu sein, verwirrt, getroffen stehen sie vor dem Trümmerhaufen einer gescheiterten Beziehung, an die sie sich nicht erinnern können. Aber Joel, dessen Lethargie Clementine im „vorigen“ Leben zur Weißglut getrieben hat, gibt sich einen Ruck … man könnte es noch einmal versuchen.

Dies ist formal und inhaltlich einer der besten der Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Die Bilder, die in Joels Kopf entstehen und verschwinden, sind einfach grandios, surreal, poetisch,  z.B. stehen Joel und Clementine einmal in einer Buchhandlung, und zuerst unmerklich, dann aber immer schneller, schwindet die Umgebung, die Bücher verlieren zuerst ihre Schrift, dann ihre Farbe, alles ist plötzlich weiß. Die Geschichte ist genial, wenn auch ein wenig kompliziert, aufgebaut und geschnitten, wer nebenbei lange Telefongespräche führt, sollte gar nicht erst anfangen, ihn anzusehen. Die inhaltlichen Fragen, die er aufwirft, sind komplex: Was bedeutet Erinnerung, auch wenn sie schlecht ist, für den Einzelnen? Was passiert, wenn man sie fortnimmt? Ist nur die Erinnerung weg, oder auch ein Teil der Identität? Als Zeuge einer rückwärts erzählten gescheiterten Liebesbeziehung im Zeitraffer können wir uns fragen: Mußte es so kommen? War der Anspruch, durch den anderen komplettiert zu werden, nicht zu hoch – oder gar falsch? Muß man nicht viel mehr Achtung haben vor der Andersartigkeit des oder der anderen? Ist das, was man am anderen erst liebt und dann haßt, nicht ein Spiegel der ganz eigenen Unzulänglichkeiten?

Übrigens: Alle Schauspieler sind gegen die Erwartungen, die mit ihren Namen verknüpft sind, besetzt – und spielen ihre Rollen ganz hervorragend.

Dies ist ein Film, der unbedingt sehenswert ist, völlig unabhängig davon, daß man den Hauptstrang der Geschichte jetzt schon kennt, ich sehe ihn mir immer wieder an und bin immer wieder von seiner Reichhaltigkeit gepackt und entdecke immer wieder Neues.

Ich war versucht, einen der vielen Clips von youtube hier zu verlinken, habe mich aber umentschieden und rate auch davon ab, sie anzusehen: Sie greifen nur die stärksten Szene
n zusammenhangslos heraus.

Ist die romantische Liebe noch zu retten? (15)